Mediation – Konfliktlösung ohne Gericht

Mediator vor einer Gruppe

Immer mehr Rechtsanwälte dürfen nach einer entsprechenden Ausbildung auch als Mediator tätig sein. Dennoch wird bei Streitigkeiten ein Mediationsverfahren sehr wenig oder gar nicht in Anspruch genommen. Grund hierfür ist, dass die Mediation in Deutschland noch unbekannt ist bzw. die meisten nicht wissen, um was es sich handelt.

Der Begriff „Mediation“ ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet Vermittlung. Die Mediation ist eine außergerichtliche Form der Lösung von Konflikten. Charakteristisch ist, dass die Beteiligten eines Konflikts eigenverantwortlich versuchen, eigene Lösungen zu finden. Der Mediator trifft keine Entscheidung – wie z.B. der Richter – sondern unterstützt die Parteien durch seine Verhandlungsführung, selbst schnelle und flexible, vor allem kostengünstigere Regelungen zu finden. Der Mediator fördert den Sinn für Fairness und Gerechtigkeit, indem er den Parteien hilft, sich auszudrücken und dem Anderen verständlich zu machen. Dadurch werden Blockadesituationen gebrochen und gegenseitige Kommunikation wieder ermöglicht.

Das Mediationsverfahren unterscheidet sich gegenüber den sonstigen streitigen Verfahren durch folgende Kriterien: Freiwilligkeit – die Parteien entschließen sich aus freiem Willen zur Teilnahme; Vertraulichkeit – die Parteien und der Mediator verpflichten sich zur Vertraulichkeit; Informiertheit – Entscheidungen werden auf der Basis aller notwendigen Informationen getroffen; Eigenveranwortlichkeit – die Parteien bestimmen selbst die Lösungen; Allparteilichkeit des Mediators – der Mediator unterstützt alle Parteien bei der Suche nach allseits zufriedenstellenden Lösungen; Ergebnisoffenheit – Mediationsverfahren sind offen für flexible, kreative und individuelle Lösungen.

Mediation - Handschlag zweier Männer

Die Mediation ist überall da anwendbar, wo auch in gerichtlichen Verfahren über Streitigkeiten entschieden wird, z.B. bei Streitigkeiten in Familiensachen, im Arbeitsrecht, im Rahmen bestehender Geschäftsbeziehungen, bei Erbstreitigkeiten oder bei Streit zwischen Nachbarn. Ein Mediationsverfahren ist in den Fällen angebracht, in denen der Konflikt so weit eskaliert ist, dass die Beteiligten außerstande sind, allein in direkten Verhandlungen, die Probleme kooperativ zu lösen. Entscheidend ist, dass die Parteien ein Interesse haben, „trotz allem“ einvernehmlich Lösungen zu erarbeiten. Besonders geeignet ist eine Mediation, wenn zwischen den Parteien bestehende (persönlich oder geschäftlich) Beziehungen auch künftig einen Fortbestand haben sollen.

Die Mediation ist stets eine zusätzliche Option und schließt nicht den Rechtsweg (danach) aus. Sie sollte aber vielmals ernsthaft in Erwägung gezogen werden, da die Kosten gegenüber einem langwierigem Rechtsstreit erheblich niedriger ausfallen.

Wenn Sie Interesse haben, mehr über Mediation zu erfahren, insbesondere über die Anwendungsbereiche, die Risiken im Vergleich zum Gerichtsverfahren und ob Ihr Fall für ein Mediationsverfahren geeignet ist, vereinbaren Sie mit unserer Kanzlei einen Termin bei Rechtsanwalt Enrico Stahn.